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Der Geschäftsführer des Spangenberg-Sozial-Werks, Ulrich Müller (links), mit Uwe Becker und Michael Türk von Brot für die Welt.
Spangenberg-Sozial-Werk e.V. spendet drei Jahre lang je 10.000 Euro für das Ausbildungsprojekt Saare Tabitha in Kamerun.
Ulrich Müller, Geschäftsführer beim Spangenberg Sozial-Werk e.V. zögerte nicht lange: "Brot für die Welt und Spangenberg - das passt zusammen, beides ist gelebte Diakonie." Das Spangenberg-Sozial-Werk e.V. mit Sitz in Helmstedt/Niedersachsen sammelt und verteilt Kleidung an bedürftige Mitmenschen im In- und Ausland. Ein Teil der Sammelware wird mit eigenen Mitarbeitern sortiert, ein weiterer Teil verkauft. Mit den Erlösen und Spenden an das Sozialwerk fördert Spangenberg verschiedene Projekte rund um den Globus, nun auch wieder auf dem afrikanischen Kontinent. "Das textile Ausbildungsprojekt in Saare Tabitha in Kamerun passt hervorragend in unsere Förderrichtlinien", so der Leiter der deutschlandweit Kleidung sammelnden Hilfsorganisation. Die Provinz "Äußerster Norden" ist die ärmste Region Kameruns. 70 Prozent der Bevölkerung müssen mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. Die an sich schon schwierigen Lebensumstände sind für Frauen und Mädchen besonders problematisch: Die Einstellung der Eltern zu Erziehung, Bildung und Berufstätigkeit von Mädchen ist stark durch ein patriarchalisches Traditionsbewusstsein bestimmt. So wird die Bildung von Mädchen in vielen Familien als unwichtig betrachtet. Nur vier von zehn Mädchen gehen in die Schule. Und von diesen müssen Viele den Schulbesuch vorzeitig beenden, um fast noch im Kindesalter verheiratet zu werden oder Feldarbeit zu verrichten. Brot für die Welt unterstützt daher ein Projekt zur Aus- und Weiterbildung von Mädchen zu Schneiderinnen. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und beinhaltet auch ein vier- bis sechsmonatiges Praktikum in einem Handwerksbetrieb in Maroua. Danach hat jedes Mädchen noch die Möglichkeit, an einem weiteren einjährigen Qualifizierungsprogramm teilzunehmen. In dieser Phase können die Mädchen ihre Kenntnisse vertiefen, um hinterher ein eigenes Geschäft erfolgreich zu starten oder um eine Anstellung in Maroua zu finden. "Wir freuen uns sehr, dass sich das Spangenberg-Sozial-Werk e.V. mit so einer hohen Summe engagiert", so der Brot für die Welt-Beauftragte Uwe Becker bei der Übergabe des Spendenschecks. "Wir sehen darin auch eine Anerkennung unserer Arbeit. Gleichzeitig möchten wir die Spende auch zum Anlass nehmen, um gemeinsam über globale Aspekte von Armut und Teilhabe ins Gespräch zu kommen," so Becker. Ulrich Müller dankte noch einmal ausdrücklich den vielen engagierten Kirchengemeinden, die durch ihre örtlichen Kleidersammlungen die Arbeit überhaupt erst ermöglichen.