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Herzlich willkommen bei Brot für die Welt in den Evangelisch-lutherischen Landeskirchen Hannovers und Schaumburg-Lippe

Sojaanbau und die Folgen

80 % der weltweiten Sojaernte landet in den Futtertrögen. Foto: BLE Bonn, Thomas Stephan

Soja ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt. Seit über 5.000 Jahren bereichern Sojagerichte die asiatische Küche. Heute landet rund 80 Prozent der weltweiten Sojaernte in den Futtertrögen, eine wachsende Menge fließt als Agrartreibstoff in die Tanks. Die Sojabohne ist inzwischen die weltweit wichtigste Protein- und Ölquelle. Doch mit Soja mehrte sich in vielen Ländern nicht der Wohlstand der Menschen. Mit Soja wuchs auch der Hunger.

Brot oder Trog

Unsere neue Studie, in Zusammenarbeit mit dem Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile Lateinamerika (FDCL) entwickelt, stellt den Zusammenhang zwischen steigenden Bedarf an Futtermittel für die Tierhaltung, der weltweit steigenden Nachfrage nach Fleisch und anderen tierischen Produkten dar. Futtermittel sind neben Biosprit die Triebfedern für großflächige Landinvestitionen.

Folgen für die einheimische Bevölkerung

Die Studie erläutert den Zusammenhang zwischen der Tierhaltung in Europa und den Menschenrechtsverletzungen in Entwicklungsländern:

  • Landkonflikte treten auf, Kleinbauernfamilien und indigene Gemeinschaften werden vertrieben
  • Die Waldrodungen zerstören artenreiche Ökosysteme
  • Die Rodungen führen zu hohen Treibhausgasemissionen
  • Anwohner, die in der Nähe von Sojaplantagen leben, leiden unter erheblichen Gesundheitsgefahren durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Was können wir tun?

Eine 30-prozentige Verminderung des Konsums tierischer Lebensmittel in Deutschland oder 26 Kilo weniger Fleisch im Jahr pro Person würde zu einer deutlichen Verringerung der Flächenbelegung für den Futtermittelanbau führen. Wenn auch andere Menschen in Industrie- und Schwellenländer diesen Ernährungswandel praktizieren würden, könnte der Wettlauf um Land entscheidend abgebremst werden.

Was kann der Staat tun?

  • Steuern erheben auf tierische Erzeugnisse
  • Sozial- und Umweltstandards für Futtermittelimporte einführen
  • Lokale Eiweißfuttermittelmittel fördern
  • Partnerschaftsabkommen mit Lieferländern aushandeln
Projektbeispiel: Mutig gegen den Landraub
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