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Wenn Wasser nicht im Glas, sondern im Auto oder Mikrochip landet

Virtueller Wasserverbrauch

10 Liter Virtuelles Wasser für eine Tomate

10 Liter Virtuelles Wasser werden verbraucht, damit eine Tomate wachsen und gegessen werden kann

Wasser ist lebensnotwendig. Doch 1,2 Milliarden Menschen auf der Welt haben noch immer keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und das meiste Wasser auf der Welt wird nicht zum Trinken oder kochen verwendet, sondern zur Herstellung von Konsumgütern benötigt.

Brot für die Welt- Evangelisches Entwicklungswerk arbeitet bereits seit vielen Jahren an einer besseren Trinkwasserversorgung und nachhaltigen Wasserpolitik. „Unser Ziel ist es, dass jeder Mensch auf der Welt uneingeschränkten Zugang zu sauberem Wasser hat. Dafür können auch die Verbraucher in Niedersachsen etwas tun: mit ihrer Ernährung und ihrem Konsumverhalten“, so Uwe Becker, Beauftragter für Brot für die Welt für die Landeskirche Hannovers.


Deutsche Konsumenten verbrauchen laut Water Footprint Network 159,5 Kubikkilometer Wasser jedes Jahr. Davon wird nur ein kleiner Teil zum Trinken, Duschen oder Kochen verwendet. Der Großteil des Wassers wird beansprucht bei der Erzeugung eines Stücks Rindfleisch für die Bratpfanne, bei der Herstellung einer Jeans oder eines Autos. Den Wasserverbrauch, der für diese Produkte von der Wiese bis zum fertigen Produkt notwendig ist, bezeichnet man als „Virtuelles Wasser“. Im Schnitt verbraucht jeder Deutsche jeden Tag 5.000 Liter Virtuelles Wasser – durch die Produkte, die er isst und benutzt.


Dieses virtuelle Wasser deutscher Verbraucher stammt häufig aus Ländern, in denen viele Menschen an Wassermangel leiden. Für die morgendliche Tasse Kaffee in Niedersachsen sind etwa 140 Liter virtuelles Wasser nötig – vom Anpflanzen in den Ländern des Südens wie Äthiopien, Bewässern, Düngen, Pflücken, Mahlen usw. Bis zu 300.000 Liter virtuelles Wasser werden nach Berechnungen des IHE-UNESCO Institute for Water Education bei der Herstellung eines PKWs verbraucht. Für die Herstellung einer Jeans wird Baumwolle benötigt, die oft künstlich bewässert wird – und das in Ländern wie Indien, in denen Wassermangel herrscht.

Den Wasserdurst des internationalen Handels stillen in Süd- und Nordamerika sowie Teile Südostasiens und Australien. Insgesamt hat sich seit Mitte der achtziger Jahre der Transfer von Wasser im Handel verdoppelt. Eine der Hauptursachen ist der starke Anstieg der Soja-Importe von China aus Argentinien, Brasilien und den USA.


„Um ihren Verbrauch an virtuellem Wasser zu senken, können Verbraucher in Deutschland ihren Konsum anders ausrichten: Wer beispielsweise regionales und saisonales Obst und Gemüse kauft verbraucht kein Wasser aus Nordafrika oder der Türkei, das dort zur Bewässerung nötig ist. Wer weniger Fleisch isst, beansprucht kein Wasser aus Argentinien oder Brasilien, wo das Soja für das Tierfutter angebaut wird“, rät Uwe Becker.

Wenn Sie Interesse an einem Vortrag zum Thema Wasser haben, wenden Sie sich gern an Uwe Becker.

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