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Herzlich willkommen bei Brot für die Welt in den Evangelisch-lutherischen Landeskirchen Hannovers und Schaumburg-Lippe
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Faire Gemeinde

Wer hat den Kakao für die Schokolade gepflückt, mit der ich mir den Abend auf der Couch versüße? Ist die Näherin, die mein Kleid zusammennähte, ausreichend bezahlt worden, um mit ihrem Lohn ihre Familie zu ernähren? Wurden meine Kartoffeln auf dem Feld gespritzt? Das Bewusstsein über das eigene Ess- und Konsumverhalten nimmt zu. Heute sind ökofaire Lebensmittel und Bekleidung immer verbreiteter – über alle Altersgruppen und verschiedene soziale Schichten hinweg. Doch in vielen Kirchengemeinden herrscht noch Nachholbedarf. Das ist schade, denn gerade Kirchengemeinden könnten mit fair gehandelten Produkten einen wichtigen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit im Welthandel leisten. Und so zum Vorbild für andere lokale Akteure werden.

Fair konsumieren – Wie geht`s
Kirchengemeinden benötigen nicht nur Kaffee für ihre Veranstaltungen: Sie kaufen auch Blumen als Schmuck für den Gottesdienst, drucken ihre Gemeindebriefe aus, verwenden Computer, haben Grabsteine auf ihren Friedhöfen. Doch obwohl immer mehr haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in Kirchengemeinden mit den Folgen ihres Konsums für die Produzenten in den Herstellerländern beschäftigen, kaufen kaum Gemeinden ökofaire Produkte.


Mit der Aktion „Wie fair kauft meine Gemeinde” wollen Brot für die Welt- Evangelischer Entwicklungsdienst, Misereor und die Christliche Initiative Romero Mitarbeitende in Gemeinden anregen, sich für ökofairen Konsum einzusetzen. Woran erkenne ich fair gehandelte Produkte? Welches Siegel ist wirklich verlässlich? Wie kann ich meine Gemeinde vom ökofairen Einkauf überzeugen? In einer Aktionszeitschrift geben die drei Organisationen Hilfestellungen für das Werben für ökofaire Produkte, Fairness-Check, erste Schritte der Umstellung bis zu weiten Aktionsmöglichkeiten. Das Aktionsheft ist Teil des Projekts "Zukunft einkaufen - Glaubwürdig Wirtschaften in Kirchen".


Diakonische Einrichtungen und der Faire Handel
Kaffee aus fairem Handel am Nachmittag im Altenpflegeheim, Saft aus ökofairer Beschaffung am Morgen im Krankenhaus, Fair Trade- T-Shirts für die Mitarbeitenden einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen – auch diakonische Einrichtungen konsumieren Produkte, die sie ökofair einkaufen können. Wie einzelne Beispiele zeigen, ist das nicht immer eine Frage eines höheren Preises. Wenn diakonische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Beratungsstellen oder Pflegeheime fairen Handel integrieren, entsprächen sie damit ihrer christlichen Verantwortung von Frieden, Gerechtigkeit, Bewährung und Schöpfung. Der Bezug ökofairer Lebensmittel trägt nicht nur Vorbildcharakter, sondern bietet sogar die Möglichkeit der Eigenwerbung als nachhaltig arbeitende Einrichtung.

Wir laden Sie ein, sich mit fairem Handel zu beschäftigen. Glaubhaft fair einkaufen – wäre das nicht auch etwas für Ihre Kirchengemeinde oder diakonische Einrichtung? Weitere Informationen und Anregungen finden Sie in dem Heft zum Download. Wir zählen auf Sie.

 

Prinzipien des Fairen Handels:

  • Preise weit über den brutalen Weltmarktpreise garantieren gerechte Löhne und verhindern so Armut und Kinderarbeit bei den Erzeugern
  • Mindestabnahmemengen sind eine verlässliche und berechenbare Einnahmequelle
  • Genossenschaften von Kleinbauern werden bevorzugt 
  • Langfristige Handelsbeziehungen werden aufgebaut
  • Kleinbauern haben ein Recht auf Vorfinanzierung
  • Neue Organisationen werden bei der Umstellung auf Bioproduktion beraten
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